Ein Imagefilm kostet bei uns ab 5.000 Euro netto, nach oben ist die Spanne groß. Mit dieser Zahl allein kannst du noch wenig anfangen. Deshalb geht es hier darum, woraus der Preis sich zusammensetzt und worauf du beim Vergleichen von Angeboten achten solltest.
Der Preis richtet sich nach dem Aufwand. Ein Film über einen Standort mit einem Drehtag kostet weniger als ein Film über drei Werke mit Interviews, Drohne und vier Sprachfassungen. Wie groß euer Betrieb ist, spielt dabei keine Rolle.
Warum Angebote für denselben Film weit auseinanderliegen
Meistens liegt es daran, dass die Agenturen etwas anderes unter dem Auftrag verstehen. Die eine rechnet einen Drehtag, einen Schnitt und eine Korrekturschleife. Die andere rechnet ein Vorgespräch, ein Drehbuch, eine Motivbesichtigung, zwei Drehtage, einen Sprecher, die Musiklizenz und drei Schnittfassungen für Website, Messe und Social Media. Auf beiden Angeboten steht „Imagefilm“.
Deshalb lohnt es sich, bei jedem Angebot dieselben drei Dinge nachzufragen. Wie viele Drehtage sind eingeplant? Wie viele Korrekturschleifen sind drin? Und welche Fassungen und Formate bekommst du am Ende geliefert? Wenn diese Punkte bei allen Angeboten gleich sind, kannst du die Preise vergleichen.
In einem ordentlichen Angebot steht außerdem, wer am Drehtag dabei ist, wie lange, und was passiert, wenn der Termin verschoben werden muss. Wenn das fehlt, frag nach.
Welche Posten den Preis ausmachen
Am meisten macht die Zahl der Drehtage aus. Ein Drehtag kostet das Team, die Technik und die Anfahrt. Dafür bekommst du an einem ganzen Tag deutlich mehr brauchbares Material als an einem halben. Wenn wir an einem halben Tag vier Motive abdrehen sollen, bleibt für jedes eine gute Stunde, und das sieht man den Aufnahmen hinterher an.
Dann kommt es auf die Motive an und auf die Wege dazwischen. Bei drei Standorten an einem Tag bleibt für jeden weniger Zeit, und die Fahrt dazwischen kommt noch dazu. Entweder planen wir dann einen zweiten Tag ein, oder wir nehmen pro Standort weniger auf.
Bei den Leuten vor der Kamera schauen wir am genauesten hin. Eure eigenen Mitarbeiter kosten kein Honorar, brauchen aber Zeit. Die ersten Anläufe sind fast immer steif, und der Text sitzt erst nach ein paar Versuchen. Ein Schauspieler kostet Honorar und hat den Satz nach zwei Takes im Kasten. Was günstiger ist, hängt davon ab, wie viel im Film gesprochen wird.
Der nächste Posten sind die Fassungen. Wenn du den Film in vier Längen und drei Bildformaten brauchst, ist jede davon eigene Schnittarbeit mit eigenem Rhythmus, eigenen Untertiteln und eigener Endcard. Zum Schluss spielt noch das Tempo eine Rolle. Wenn es sehr schnell gehen muss, schieben wir andere Projekte, und das steht dann als Zuschlag im Angebot.
Woran du ein zu billiges Angebot erkennst
Wenn ein Angebot deutlich unter den anderen liegt, fehlt darin meistens etwas, das später als Nachtrag kommt. Typisch sind die zweite Korrekturschleife, die Musiklizenz, die Social-Media-Fassung und die Fahrtkosten. Rechne so ein Angebot einmal auf den vollen Umfang hoch, bevor du es mit den anderen vergleichst.
Das zweite Warnzeichen ist ein Angebot ohne Rückfragen. Wenn niemand wissen wollte, wen der Film erreichen soll und wo er laufen wird, bekommst du ein Video, das zu nichts Bestimmtem passt. Das kann in Ordnung sein, wenn du genau das brauchst, zum Beispiel ein paar schöne Aufnahmen für die Messe. Dann sollte im Angebot aber auch genau das stehen.
Das dritte Warnzeichen sind sehr kurze Drehzeiten bei sehr vielen Motiven. Wer verspricht, an einem halben Tag den ganzen Betrieb abzudrehen, kennt entweder euer Werk nicht oder plant mit Aufnahmen, die euch hinterher nicht gefallen werden.
Was du selbst tun kannst, damit es günstiger wird
Am meisten sparst du, wenn vor dem Dreh klar ist, wen der Film erreichen soll und was er auslösen soll. Dann brauchen wir weniger Material, weniger Fassungen und weniger Korrekturschleifen. Teuer wird es, wenn im Schnitt noch diskutiert wird, was der Film eigentlich sagen soll, weil dann oft Material fehlt, das wir am Drehtag hätten aufnehmen können.
Zweitens hilft ein Ansprechpartner bei euch, der Freigaben erteilen kann. Wenn jede Freigabe durch vier Abteilungen läuft, kostet das auf beiden Seiten Stunden. Drittens sollte am Drehtag alles bereit sein. Wenn die Maschinen laufen, die Räume frei sind und die Leute Bescheid wissen, drehen wir den ganzen Tag. Wenn wir erst auf den Schichtleiter warten müssen, geht davon schnell ein Vormittag verloren.
Wenn das Budget knapp ist, nimm lieber einen Aspekt und mach den richtig. Ein guter Film über eure Fertigung bringt euch mehr als drei mittelmäßige, die alles auf einmal zeigen wollen.
Wie wir kalkulieren
Wir rechnen in Drehtagen, Schnitttagen und Nebenkosten und weisen alles einzeln aus. Du siehst also, was unsere Arbeit kostet und was wir zukaufen, zum Beispiel Musik, Sprecher, Drohne oder Reisekosten.
Vor dem Angebot gibt es ein Gespräch von etwa 45 Minuten. Danach sagen wir dir, welchen Aufwand wir für sinnvoll halten und was er kostet. Manchmal kommt dabei auch raus, dass erst einmal die Website dran wäre und der Film noch warten kann.